FairTrade – Kakaoanbau

Sie lesen immer öfter die Bezeichnung „FairTrade“ auf zahlreichen Produkten – besonders dann, wenn Sie sich gerade in der Bio- oder Reformabteilung Ihres nächstgelegenen Supermarktes befinden? Wir von oekostaffel.at erklären Ihnen, was genau unter „FairTrade“, zu Deutsch: Fairer Handel, verstanden wird.

Genau genommen versteht man unter fairem Handel, hier bezogen auf den Kakaoanbau, den möglichst direkten Handel zwischen Produzenten, also den einzelnen Kakaobauern, und den eigentlichen Herstellern von Schokolade, d.h. denjenigen, die den geernteten Kakao weiterverarbeiten. Damit diese Art von Handel nicht willkürlich, sondern in geordneten Bahnen und geregelten Verhältnissen abläuft, haben sich unterschiedliche Organisationen etabliert. Diese kontrollieren die Abwicklung des fairen Handels mittels eigens festgelegter Kriterien. Diese Kriterien bzw. Regeln, nach denen sich der faire Handel richten muss, gestalten sich wie folgt:

  • Die Beziehungen zwischen den jeweiligen Vertragspartnern dürfen nicht kurzfristig sein. Stattdessen muss es sich um eine langfristig ausgelegte Kooperation handeln.
  • Was die Kakaobohnen betrifft, so muss für diese ein „fairer“ Preis, gemäß des FairTrade-Prinzips, bezahlt werden. Dieser Preis muss über dem Weltmarktniveau liegen.
  • Die Zusammenarbeit muss nach dem A-B- und B-A-Prinzip erfolgen. Dies bedeutet, dass der Handel nur zwischen Kakaobauern und den Herstellern der Schokolade stattfinden darf und Zwischenhändler folglich vollkommen auszuschließen sind.
  • Ein gewisser Teil der ganzheitlichen Kakao-Ernte sollte vorfinanziert werden. Dies erweist sich als besonders dienlich, um eine Verschuldung der Produzenten, nämlich der Kakaobauern, zu vermeiden.

Hierbei sei weiters erwähnt, dass FairTrade-Produkte stets mit dem dafür vorgesehenen Logo versehen sind. Wollen Sie beispielsweise ein Produkt aus dem breit gefächerten Sortiment der Halloren kaufen, beispielsweise Halloren Weinbrandbohnen, Halloren Katzenzungen oder Halloren Kugeln, und Sie legen großen Wert darauf, dass dieses Produkt im Zuge eines fairen Handels vertrieben wird, so achten Sie auf die entsprechende Logo-Anbringung auf dem Produkt selbst. Sie können auch direkt in sogenannte Weltläden gehen, um FairTrade-Produkte zu kaufen. Weltläden vertreiben fair gehandelte Waren aller Art.

Doch warum gibt es überhaupt diesen sogenannten fairen Handel? Genau genommen besteht das Ziel des FairTrade darin, das Existenzminimum von Kleinbauern und Plantagearbeiter zu sichern. Dadurch soll schrittweise eine gezielte Verbesserung der allgemeinen Lebenssituation dieser Menschen bewirkt und folglich herbeigeführt werden. Dies kann durch Investitionen in eine nachhaltige Zukunftssicherung optimal erreicht werden.

Damit das Existenzminimum derartiger Kakaobauern auch wirklich gesichert werden kann, erhalten sie von ihren Kooperationspartnern, nämlich den Schokoladenherstellern, einen höheren Preis für den Kakao. Der Preis ist hierbei viel höher als jener, den sie bei lokalen Zwischenhändlern erhalten würden. Außerdem wird ein Teil des Mehrerlöses, der sich aus der Abwicklung des fairen Handels ergibt, seitens der Kooperative für eine Vielzahl unterschiedlicher Gemeinschaftsprojekte verwendet. Dazu zählen beispielsweise die Errichtung von Schulen, eine bessere Bildung, der Bau von Straßen, eine verbesserte Gesundheitsversorgung sowie die allgemeine Sicherung der Trinkwasserversorgung.

Betrachten wir den Anteil von FairTrade am gesamten Weltmarkt, ausschließlich bezogen auf Kakao, so wird deutlich, dass dieser laut ICOO bei gerade einmal 0,1 Prozent liegt. Tatsache ist, dass die Mehrheit aller Produzenten für den fairen Handel für Kakao gezwungen sind, ihren Kakao zu normalen Konditionen auf dem Weltmarkt zu verkaufen – und das ohne FairTrade-Siegel. Grund hierfür ist, dass bislang noch nicht genügend Abnehmer vorhanden sind.